Erklärung der StudierendenvertreterInnen

Posted on Oktober 28, 2010

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Kürzere Öffnungszeiten der Bibliotheken stehen im Widerspruch zu steigenden Immatrikulationszahlen

Seit Jahren schließen die Zweigbibliotheken der ULB während der vorlesungsfreien Zeit im Sommer einige Stunden früher. Doch dieses Jahr wurden auch mit Beginn der Vorlesungszeit die verkürzten Öffnungszeiten beibehalten. So stehen viele Studierende teilweise schon ab 17:00 Uhr vor verschlossenen Bibliothekstüren. Darunter auch 4.000 Neuimmatrikulierte, denen die Möglichkeit genommen wird, nach dem Ende einer Veranstaltung auf Präsenzliteratur, Nachschlagewerke oder Semesterapparate zurückzugreifen. Da die Universität bereits im letzten Semester über ihre Möglichkeiten ausgelastet war, ist diese Maßnahme nun geradezu grotesk.

Die von der Bibliotheksleitung als „verkürzte Öffnungszeiten in der vorlesungsfreien Zeit in der Zeit vom 2. August bis zum 2. Oktober 2010“ veröffentlichten Zeiten galten ohne Erklärung oder Mitteilung plötzlich auch nach dem 2. Oktober. Bizarr ist zusätzlich, dass selbst den betroffenen MitarbeiterInnen der ULB erst kurz vor Semesterbeginn die abgeänderten und um etwa 10% gekürzten Verträge vorgelegt wurden, die sie zu unterschreiben hatten. Einige Stellen wurden nicht verlängert.

Diese Änderungen wurden von Bibliotheks- und Universitätsleitung schon lange geplant. Die zentrale Entscheidung fiel bereits im Juni im professoral dominierten Bibliotheksausschuss unter der Leitung von Prorektor Six, in dem weder akademischer Mittelbau noch Studierendenschaft vertreten waren. Ohne über Implikationen für Studiensituation, Forschung und Lehre zu reden oder die Maßnahme zu diskutieren, beschloss die Kommission einstimmig die Kürzung.

Auch wenn die aktuellen Probleme somit auf einen Beschluss der Bibliothekskommission in der Diepenbrock-Periode zurückzuführen sind, und die kurzen Öffnungszeiten der Zweigbibliotheken nicht dem neuen Rektorat Sträter anzulasten sind, wird dennoch er es sein, der jetzt mit dem Missmut über die Umstände konfrontiert ist. Denn neben dünner Personaldecke und chronisch überfüllten Veranstaltungen ist ein weiterer „Krisenherd“ entstanden, den studentische Vertretungen nun geschlossen kritisieren.

Während Universität und Bibliothek damit werben, deutschlandweit an zweiter Stelle bei Retrodigitalisierungsprojekten zu stehen und dutzende studentische MitarbeiterInnen für diese internen Aufgaben abstellen, sind sie gleichzeitig nicht interessiert daran, der gesamten universitären Öffentlichkeit den Zugang zu den zentralen Ressourcen zu ermöglichen, indem jeweils eine Hilfskraft für nur wenige Stunden beschäftigt wird.

Studierendenrat, Fachschaften, der AK Bildungspolitik und studentische Initiativen sind sich einig darin, dass der gegenwärtige Zustand unhaltbar ist. Sie haben angekündigt, das widersprüchliche und groteske Geschehen in ULB und Universität bundesweit publik zu machen und fordern die Universitäts- und Bibliotheksleitung mit Nachdruck auf, sofort zu handeln und zumindest die alten Öffnungszeiten schnell wieder einzuführen – selbst diese waren in vielen Instituten bereits zu knapp bemessen.

Unterstützt die Forderung, indem Ihr die Petition unterschreibt!

http://www.openpetition.de/petition/zeichnen/bibliotheksoeffnungszeiten-wieder-verlaengern

http://petition.tk

 

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